Ja, Schnecke, Ja: Roman
Dass es Amanda an die japanische Frauenuniversität nach Nara zieht, um eine außergewöhnliche Schneckenart zu untersuchen, ist ihrem Freund Hannes suspekt. Die Elysia Marginata kann sich von ihrem Körper trennen, und auch Hannes fühlt sich, alleingelassen mit Amandas Mäusen Isidor und Isadora, wie ein abgeworfenes Schneckenglied. Flieht Amanda vielleicht gar vor ihrer gemeinsamen Zukunft? Lieber nicht zu viel darüber nachdenken. Stattdessen: Überlange Textnachrichten an Amanda, die Mäuse ignorieren, das Haus nicht verlassen. Die verfahrene Situation ändert sich erst, als Hajo in Hannes' Leben tritt, dessen Zuneigung aber eigentlich dem Mäusepaar gilt ... Mit Sinn für Humor entlockt Jan Snela der Sprache - mal in Haibun-Prosa, mal in Haiku-Miniaturen - die ihr innewohnende Fantasie und erkundet, welche bemerkenswerten Antworten auf die großen Fragen unserer Gegenwart sich hinter dem Geheimnis von Augenblick und Vergänglichkeit verbergen. "Nicht alle Wortspiele klappen, Snela hat sichtlich die Narrenkappe auf, trotzdem: Endlich traut sich jemand, auf das Karussell aufzusteigen, mit dem schon Ernst Jandl, vielleicht auch Peter Kurzeck gefahren sind. Manches gerät sehr schön, etwa wenn Snela von der Liebe erzählt, die sogar die Jahreszeiten reparieren kann. Seine Sprache ist die des Barocks: lyrisch gekünstelt, große Gefühle zumindest beschwörend. Es ist auch eine Sprache, die mehrere Sinne anspricht, hört man doch Snelas Sätze stets in sich klingen; Resonanzräume findend, in denen es noch lange nachhallt" (taz). Platz 8 der SWR Bestenliste März 2025
409 pages
German edition · First published 2025 by Klett-Cotta · ISBN 9783608962406
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